Obwohl sich Keramikwälzkörper aufgrund ihres hohen Elastizitätsmoduls unter Last nur gering verformen, ergeben sich aus der kleineren Kontaktellipse im Hybridkontakt im dynamischen Betrieb keine relevanten Nachteile. Die reduzierte tragende Kontaktfläche, die sich infolge des hohen Elastizitätsmoduls einstellt, wirkt sich insbesondere bei hohen Drehzahlen nicht nachteilig aus, da die Fliehkräfte im Lager aufgrund der deutlich geringeren Dichte der Keramikwälzkörper erheblich reduziert sind. Hybridlager verfügen daher über vergleichbare dynamische Tragzahlen wie Stahllager. Lediglich bei rein statischer Belastung ohne Relativbewegung ergibt sich eine um etwa 15–20 % geringere statische Sicherheit, weshalb Hybridlager nicht für dauerhaft rein statische Lastfälle ausgelegt werden sollten.
Besonders bei Schrägkugellagern und Spindellagern mit einem Druckwinkel ungleich 0°, typischerweise größer als 15°, spielt die Dichte der Wälzkörper eine entscheidende Rolle für die Lagerkinematik. Im quasistatischen Betrieb bei sehr niedrigen Drehzahlen sind die Berührungswinkel zwischen Kugel und Innen- sowie Außenring nahezu identisch, sodass überwiegend reines Rollen vorliegt. Mit steigender Drehzahl wirken jedoch zunehmende Fliehkräfte auf die Wälzkörper, wodurch sich die effektiven Druckwinkel insbesondere am Innenringkontakt verändern. Dies führt zu zusätzlichen Spin- und Gleitbewegungen, einer Vergrößerung des axialen Abstands der Kontaktpunkte und damit zu einem Anstieg der effektiven Lagervorspannung.
Zu stark vom Nenndruckwinkel abweichende Druckwinkel können insbesondere bei hohen Drehzahlen zu erhöhten Gleitanteilen im Wälzkontakt, steigender Reibung und Temperaturentwicklung, größeren Unterschieden der Kugelumlaufgeschwindigkeiten, einer Reduzierung der Käfigtaschenluft sowie zu einer erhöhten Belastung der Käfigstege bis hin zum Käfigversagen führen. Eine wirksame Reduzierung dieser Effekte wird durch den Einsatz von Keramikwälzkörpern erreicht, da die geringere Dichte die Fliehkräfte deutlich reduziert und den Druckwinkel auch bei hohen Drehzahlen näher am Auslegungswert hält.
Mit zunehmender Drehzahl steigt bei vorgespannten Lagern die Steifigkeit infolge der erhöhten Vorspannung, insbesondere bei starr angestellten Lagerungen. Um die gleiche Systemsteifigkeit wie bei einem vergleichbaren Stahllager zu erreichen, ist bei Hybridlagern eine deutlich geringere Ausgangsvorspannung erforderlich. Daraus resultieren niedrigere Betriebstemperaturen, geringere Reibverluste und eine reduzierte mechanische Lagerbelastung.