de / en

Hybridlager
Für Wälzlager mit hohen Anforderungen an die Laufruhe, das Reibungsverhalten, die Steifigkeit und Lebensdauererwartung sowie unter hohen Temperaturschwankungen, im Bereich der Mangelschmierung oder bei drohendem Stromdurchgang können Hybridlager eine bedeutungsvolle Lösung darstellen. Die Frage nach den Vor- und Nachteilen von Lagern mit Wälzkörpern aus Keramik (Hybridlager) wird hier beantwortet.

Vergleich der Werkstoffeigenschaften

Werkstoffeigenschaften

Wälzlagerstahl

Siliziumnitrid

Druckfestigkeit (MPa)

-2.300

3.000

Zugfestigkeit (MPa)

-1.900

800

Elastizitätsmodul (kN/mm2)

210

310

Härte HV10 (kg/mm2)

700

1.600

Elekrischer Widerstand (Ωm)

0,4xx10-6(Leiter)

1012(Isolator)

Dichte (g/cm3)

7,9

3,2

Längenausdehnungskoeffizient (10-6/K)

11,7

3

Einteilung der Keramik

Keramik unterteilt man in Gebrauchskeramik (Silicatkeramik), technische bzw. Ingenieurskeramik (Oxidkeramik und Nichtoxidkeramik) sowie Mischkeramik (Cerments). Für den Einsatz in Kugellagern kommen überwiegend nichtoxidische keramische Werkstoffe wie Siliziumnitrid Si3N4 zum Einsatz. Der Vorteil liegt in einer für Keramik sehr hohen Bruchfestigkeit und Thermoschockbeständigkeit. Da Si3N4 auf Grund seiner Verarbeitbarkeit und überragenden Eigenschaften im Wälzlager auch heute noch die am häufigsten eingesetzte Keramik ist, beziehen wir uns im Folgenden auf diese Art von Keramik.

Vorteile von Siliziumnitrid im Vergleich zu Wälzlagerstahl:

Für Wälzlager mit hohen Anforderungen an die Laufruhe, das Reibungsverhalten, die Steifigkeit und Lebensdauererwartung sowie unter hohen Temperaturschwankungen, im Bereich der Mangelschmierung oder bei drohendem Stromdurchgang können Hybridlager eine bedeutungsvolle Lösung darstellen. Die Frage nach den Vor- und Nachteilen von Lagern mit Wälzkörpern aus Keramik (Hybridlager) wird hier beantwortet.

Siliziumnitrid hat im Vergleich zu Stahl ein spezifisches Gewicht von rund 40%. Ist lediglich der Wälzkörper aus Siliziumnitrid, wird das Gesamtgewicht des Lagers, je nach Größe, um bis zu 10 % reduziert.

Das im Vergleich zu Wälzlagerstahl 50% höhere Elastizitätsmodul sorgt für kleinere Kontaktellipsen im Betrieb und somit für eine geringere Verformung unter Last.

Der hohe elektrische Widerstand von Siliziumnitrid verhindert einen Stromüberschlag, der bei reinen Stahllagern zu Schäden führen kann.

Der Bereich minimaler Reibung unter stabiler Vollfilmschmierung wird in der Praxis häufig als tribologischer „Sweet Spot“ bezeichnet, also als Betriebszustand mit maximaler Effizienz bei gleichzeitig minimalem Verschleißrisiko.

Hybridlager mit Wälzkörpern aus Siliziumnitrid (Si₃N₄) erreichen diesen optimalen Betriebsbereich früher und halten ihn über einen größeren Betriebsbereich stabiler als konventionelle Wälzlager mit Stahl-Stahl-Kontakt. Ursache hierfür ist das Zusammenwirken mehrerer mechanischer, tribologischer und thermischer Effekte. Die geringere Dichte von Siliziumnitrid reduziert Zentrifugalkräfte und dynamische Lastspitzen, wodurch sich bereits bei niedrigeren Drehzahlen ein stabiler Schmierfilm ausbilden kann. Die hohe Oberflächengüte der Keramikwälzkörper verringert die erforderliche Mindestschmierfilmdicke, während die verbesserte Filmstabilität den Einsatz niedrigviskoser Schmierstoffe ermöglicht und so Reibverluste und Leistungsaufnahme reduziert. Gleichzeitig sorgt die geringe Wärmeleitfähigkeit von Siliziumnitrid für eine thermische Entkopplung des Kontakts, stabilisiert die Schmierstoffviskosität und reduziert Schwankungen des Reibungskoeffizienten. Die geringere Wärmeeinbringung in den Kontakt verhindert lokale Überhitzungen und einen Viskositätsabbau des Schmierfilms. Zudem führt die geringere thermische Ausdehnung der Wälzkörper zu einer höheren Betriebssicherheit der Lagerluft bei wechselnden Betriebstemperaturen.

Die Wärmeausdehnung von Siliziumnitrid beträgt nur 28% der von Wälzlagerstahl. Dies macht Lager mit Keramikwälzkörpern deutlich unempfindlicher gegen Temperaturschwankungen.

Siliziumnitrid ist sehr korrosionsbeständig und nicht magnetisch.

Hybridlager und Vollkeramiklager erreichen aufgrund der genannten Eigenschaften deutlich längere Lebensdauern als Lager aus Stahl, insbesondere bei Mangelschmierung.

Die Materialpaarung Keramik–Stahl verringert adhäsive Wechselwirkungen und Mikroverschweißungen im Wälzkontakt auch unter ungünstigen Schmierungsbedingungen oder bei hoher Belastung, wodurch Fressen und Blockieren wirksam vermieden werden.

Zusätzlich ist die abrasive Verschleißfestigkeit von Hybridlagern insbesondere bei Mangelschmierung und im Mischreibungsbereich deutlich erhöht. In der Praxis werden Lebensdauern erreicht, die im Mischreibungsbetrieb häufig um mehr als 70 % über denen konventioneller Stahllager liegen; bei Mangelschmierung und im Übergang zur Festkörperreibung sind in Einzelfällen noch deutlich höhere Steigerungen möglich. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die hohe Verschleißbeständigkeit der Siliziumnitrid-Wälzkörper, durch die Oberflächenschädigungen verzögert entstehen und der Verschleißfortschritt insgesamt verlangsamt wird.

Aus diesen Eigenschaften ergeben sich im Einsatz unterschiedliche Vorteile:

Hybridlager

Unter Hybridlagern versteht man, im Gegensatz zu Vollkeramiklagern, ein Wälzlager welches über Wälzkörper (Kugeln- oder Rollen) aus Keramik verfügt und über Ringe aus Stahl (Chrom- oder Edelstahl). Die Käfige können je nach Anforderung aus Kunststoff (PA6.6 / PA4.6 oder PEEK beziehungsweise ebenfalls aus Metall hergestellt werden.

Eingesetzt werden Hybridlager überwiegend als Spindellager für Werkzeugmaschinen, in Turbomolekularpumpen, in Elektromotoren, in der Lebensmittelindustrie, in der Medizintechnik, in der Chemieindustrie, in der Raum- und Luftfahrtindustrie oder überall dort, wo ein geräuscharmer Lauf, eine hohe Steifigkeit, eine hohe Temperaturunempfindlichkeit, eine Unempfindlichkeit gegenüber Stromdurchgang sowie ein äußerst langer und störungsfreier Betrieb auch unter schwierigen Schmierungsbedingungen erforderlich ist.

Schematisches Anwedungsbild?

Es gibt mehrere wichtige Vorteile für die Lagerleistung, die auf die verbesserten Oberflächeneigenschaften von Siliziumnitrid-Kugeln zurückzuführen sind. Da die Mikrostruktur von Siliziumnitrid gleichmäßig auf eine Korngröße im Submikrometerbereich ausgelegt werden kann, kann die Oberfläche einer Siliziumnitridkugel auf < 0,15 Mikrozoll Ra bearbeitet werden, und die Rundheit ist oft besser als 0,00001 Toleranz. Diese Präzision führt zu einem um 70 % niedrigeren Reibungskoeffizienten auf Stahl als auf Stahl, was sich in einer um 30 % geringeren inneren Lagerreibung, einem geringeren Käfigverschleiß, niedrigeren Innentemperaturen und einem geringeren Verschleiß der Laufbahn niederschlägt.

Die hochpräzise Geometrie einer Siliziumnitrid-Kugel minimiert die Variationsunterschiede zwischen den Kugeln innerhalb eines Lagers. Dieser Effekt reduziert Vibrationen und Geräusche, die entstehen, wenn sich die Kugeln innerhalb der Laufbahn und des Käfigs drehen. Darüber hinaus kann der nicht wiederholbare Rundlauf von Hybridlagern im Vergleich zu Stahllagern deutlich reduziert werden.


Abmessungen und Maßhaltigkeit (Si3N4 – Kugeln)

Güten

Abweichung Kugeldurchmesser (µm)

Abweichung von der sphärischen Form (µm)

Oberflächenrauhigkeit (µm)

Abweichung Kugellosdurchmesser (µm)

G3

0.08

0.08

0.010

0.13

G5

0.13

0.13

0.014

0.25

G10

0.25

0.25

0.020

0.5

G16

0.4

0.4

0.025

0.8

G20

0.5

0.5

0.032

1

G24

0.6

0.6

0.040

1.2

G28

0.7

0.7

0.050

1.4

G40

1

1

0.060

2

G60

1.5

1.5

0.080

3

Druckwinkel und Lagerkinematik bei Schrägkugellagern

Obwohl sich Keramikwälzkörper aufgrund ihres hohen Elastizitätsmoduls unter Last nur gering verformen, ergeben sich aus der kleineren Kontaktellipse im Hybridkontakt im dynamischen Betrieb keine relevanten Nachteile. Die reduzierte tragende Kontaktfläche, die sich infolge des hohen Elastizitätsmoduls einstellt, wirkt sich insbesondere bei hohen Drehzahlen nicht nachteilig aus, da die Fliehkräfte im Lager aufgrund der deutlich geringeren Dichte der Keramikwälzkörper erheblich reduziert sind. Hybridlager verfügen daher über vergleichbare dynamische Tragzahlen wie Stahllager. Lediglich bei rein statischer Belastung ohne Relativbewegung ergibt sich eine um etwa 15–20 % geringere statische Sicherheit, weshalb Hybridlager nicht für dauerhaft rein statische Lastfälle ausgelegt werden sollten.

Besonders bei Schrägkugellagern und Spindellagern mit einem Druckwinkel ungleich 0°, typischerweise größer als 15°, spielt die Dichte der Wälzkörper eine entscheidende Rolle für die Lagerkinematik. Im quasistatischen Betrieb bei sehr niedrigen Drehzahlen sind die Berührungswinkel zwischen Kugel und Innen- sowie Außenring nahezu identisch, sodass überwiegend reines Rollen vorliegt. Mit steigender Drehzahl wirken jedoch zunehmende Fliehkräfte auf die Wälzkörper, wodurch sich die effektiven Druckwinkel insbesondere am Innenringkontakt verändern. Dies führt zu zusätzlichen Spin- und Gleitbewegungen, einer Vergrößerung des axialen Abstands der Kontaktpunkte und damit zu einem Anstieg der effektiven Lagervorspannung.

Zu stark vom Nenndruckwinkel abweichende Druckwinkel können insbesondere bei hohen Drehzahlen zu erhöhten Gleitanteilen im Wälzkontakt, steigender Reibung und Temperaturentwicklung, größeren Unterschieden der Kugelumlaufgeschwindigkeiten, einer Reduzierung der Käfigtaschenluft sowie zu einer erhöhten Belastung der Käfigstege bis hin zum Käfigversagen führen. Eine wirksame Reduzierung dieser Effekte wird durch den Einsatz von Keramikwälzkörpern erreicht, da die geringere Dichte die Fliehkräfte deutlich reduziert und den Druckwinkel auch bei hohen Drehzahlen näher am Auslegungswert hält.

Mit zunehmender Drehzahl steigt bei vorgespannten Lagern die Steifigkeit infolge der erhöhten Vorspannung, insbesondere bei starr angestellten Lagerungen. Um die gleiche Systemsteifigkeit wie bei einem vergleichbaren Stahllager zu erreichen, ist bei Hybridlagern eine deutlich geringere Ausgangsvorspannung erforderlich. Daraus resultieren niedrigere Betriebstemperaturen, geringere Reibverluste und eine reduzierte mechanische Lagerbelastung.

Si3N4 Kugeln: Effekte auf Radialsteifigkeit

Drehzahlkennwerte

Für bestimmte Lagertypen wird die Drehzahleignung meist angegeben über den Faktor aus mittlerem Lagerdurchmesser in mm und Drehzahl in Umdrehungen pro Minute (dm x n). Dadurch ist es möglich, die Drehzahleignung unabhängig der Lagergröße zu ermitteln. Als Beispiel dient ein Kugellager 6210 mit einem Innendurchmesser von 50 mm und einem Außendurchmesser von 90 mm. Der Drehzahlkennwert berechnet sich in diesem Fall aus (50 mm + 90 mm) x n

Wenn man nun davon ausgeht, dass Hybridlager über einen Drehzahlkennwert von bis zu 2.000.000 mm^-1 verfügen können (je nach Genauigkeit und Ausführung), sind Lager mit Kugeln aus 100Cr6 unter gleichen Bedingungen bei maximal 1.000.000 mm^-1 bereits an ihrem Limit. Solche Drehzahlkennwerte sind auch mit geeigneten Schmierfetten realisierbar. Im Fall des Rillenkugellagers mit der Größe 6210 bedeutet dies, bei entsprechender Genauigkeit und Käfigausführung, eine mögliche Drehzahlgrenze von bis zu 28.500 rpm im Hybridlager.

Hier gilt, je größer die Lagerbohrung, desto größer ist das Delta der Zentrifugalkraft zwischen Stahl und Si3N4 bei gleicher Geschwindigkeit bzw. je geringer werden die internen Kräfte und je höher die möglichen Vergleichsdrehzahlen.

Si3N4 Kugeln: Effekte auf Geschwindigkeit + Temperatur

Siliziumnitridkugeln erlauben eine höhere Lagergeschwindigkeit

oder

bei gleicher Geschwindigkeit eine geringere Arbeitstemperatur

Keramikkugeln für höhere Drehzahleignung

Durch den Einsatz von Wälzkörpern aus Siliziumnitrid wird die interne Zentrifugalkraft, in Abhängigkeit vom Wälzkörper und der Drehzahl, bis zu 50% reduziert.

Die Zentrifugalkraft steht im direkten Verhältnis zum Gewicht. Unterschiede in der empirischen Überprüfung liegen im Bereich veränderter Winkelgeschwindigkeiten und Radien oder Ungenauigkeiten der Messung

Höhere Fettgebrauchsdauer und vereinfachte Schmierungsbedingungen:

Dadurch werden fettgeschmierte Hybridlager mit entsprechenden Anforderungen an die Genauigkeit und die Käfigausführung auch interessant für Anwendungen, in denen bislang auf Minimalmengenschmierung wie Ölnebelschmierung gesetzt wurde. Der Grund liegt in der deutlich geringeren mechanischen Belastung durch Temperatur und Walkung der Schmierfette. Zu Grunde legend sind dabei die deutlich geringeren internen Kräfte (reduziertes spezifisches Gewicht und kleinere Kontaktzone) sowie die höhere Oberflächengüte von Keramik. Die Fettgebrauchsdauer liegt unabhängig vom verwendeten Schmierfett im Schnitt um den Faktor drei höher, im Vergleich zu Lagern mit Wälzkörpern aus Stahl.

Ein Lager unter optimalen Bedingungen

Ein Lager unter optimalen Bedingungen

Unter optimalen Betriebsbedingungen wird das tribologische Verhalten eines Wälzlagers maßgeblich durch die Oberflächenrauheiten von Laufbahn und Wälzkörper bestimmt. Typische Stahl-Laufbahnen und Stahlkugeln weisen vergleichsweise höhere Rauheiten auf, während Siliziumnitrid-Kugeln aufgrund ihrer feinen, homogenen Mikrostruktur deutlich glattere Oberflächen erreichen.

Für die Bewertung des Schmierzustands ist dabei nicht die einzelne Rauheit entscheidend, sondern die effektive kombinierte Rauheit des Wälzkontakts, beschrieben durch


Fbrg = (FLaufbahn2+FKugel2)1/2

, wobei Fbrg der sogenannten Composite Surface Roughness (CSR) entspricht.


Diese Beziehung verdeutlicht, dass eine deutliche Reduktion der Kugelrauheit die resultierende Kontaktrauheit überproportional senkt. Eine stabile Misch- oder elastohydrodynamische Schmierung wird erreicht, sobald die minimale Schmierfilmdicke etwa das 1,5-fache der CSR überschreitet. In der Praxis reduziert sich die hierfür notwendige Schmierfilmdicke typischerweise um etwa 30 %, was insbesondere bei ungünstigen Schmierbedingungen, erhöhten Temperaturen oder niedrigen Drehzahlen zu einer deutlichen Minimierung von Reibung und Verschleiß führt.

Si3N4 Kugeln: Effekte auf das Spin/Roll Verhältnis

Spin/Rollverhältnis bei Kugellagern

Das Spin/Rollverhältnis beschreibt das Verhältnis der Spinbewegung (Drehbewegung der Kugeln um ihre eigene Achse) zur Rollbewegung (Bewegung der Kugeln entlang der Laufbahn des Lagers).

Ein niedrigeres Spin/Rollverhältnis ist vorteilhaft, da es folgende Vorteile bietet:

  • Weniger Reibung: Eine überwiegende Rollbewegung erzeugt weniger Reibung als Spinbewegung. Dies führt zu geringerer Wärmeentwicklung und effizienterem Betrieb.

  • Geringerer Verschleiß: Weniger Spin bedeutet weniger Reibung zwischen den Kugeln und den Laufbahnen, was den Verschleiß verringert und die Lebensdauer des Lagers verlängert.

  • Bessere Schmierung: Bei einem niedrigen Spin/Rollverhältnis bleibt das Schmiermittel effektiver an den Kontaktstellen, was die Schmierwirkung verbessert und die Reibung weiter reduziert.

  • Ein hohes Spin/Rollverhältnis kann hingegen zu erhöhtem Verschleiß und höherer Reibung führen, was die Effizienz und Lebensdauer des Kugellagers negativ beeinflusst. Daher wird ein niedriges Spin/Rollverhältnis angestrebt, um die Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit zu optimieren.

    Elektrisch isolierend

    In Anwendungen, in denen es kaum vermeidbar ist, dass elektrische Ströme über das Wälzlager abgeleitet werden, tritt je nach Stromdichte das Phänomen der Elektrokorrosion auf. Dies ist insbesondere in Gleich- und Wechselstrommotoren oder Generatoren mit stufenloser Drehzahlregelung mittels Frequenzumrichter sowie in Fahrmotoren der Fall. Unabhängig von der Stromart spielt die Höhe der Stromdichte (Stromstärke in Ampere / Fläche der Kontaktellipse in mm²) die entscheidende Rolle. Ab einer übertragenden Stromdichte von 1 A / mm² ist generell mit einer Beschädigung durch Schmelzkrater an den Ringen und Wälzkörpern zu rechnen. Diese werden überrollt und die Wälzkörper neigen an den entsprechenden Stellen zum radialen Schwingen. In Folge kommt es als Sekundärschaden zur typischen Riffelbildung. Auch der Schmierstoff wird beschädigt. Hier greifen jetzt unterschiedliche Maßnahmen zur Vorbeugung. Oftmals werden solche Lager elektrisch am Innen- oder Außenring mit Keramik oder Kunststoffen isoliert. Auch elektrisch leitende Schmierstoffe werden eingesetzt. Durch die gezielte Übertragung von Strömen über das Schmierfett, wird die Stromdichte am kritischsten Punkt reduziert.

    Hybridlager sind auch hier durch die isolierende Funktion der Wälzkörper eine ausgezeichnete Lösung gegenüber Beschädigungen durch Stromdurchgang.

    Keramikkugeln haben durch einen aufwendigeren Herstellungsprozess und durch teurere Rohmaterialpreise einen höheren Kostenfaktor als Stahlkugeln, jedoch ist ein Wälzkörper nur ein Teil eines Lagersystems (inkl. Welle, Schmierung und Gehäuse). Zusammen bestimmen diese Teile die Funktion, die Verfügbarkeit und vor allem die Gebrauchsdauer. So werden die zunächst höheren Investitionskosten des Keramiklagers auf Grund der vielseitigen technischen Vorteile schnell amortisiert.

    Die Rentabilität von Keramiklagern zeigt sich, wenn man folgende Kosten zusätzlich berücksichtigt:
    • Konstruktionskosten

    • Herstellungskosten

    • Betriebskosten (Funktionssicherstellung, Schmierstoffkosten etc.)

    • Reparaturkosten (Ausfallwahrscheinlichkeit, Fettgebrauchsdauer, Ersatzteilkosten etc.)

    • Product Carbon Footprint (Klimabilanz auf Produktebene; insb. Nutzungsphase)

    • Kosten für Ausfallzeiten

    • Beispiel Schmierungssystem

      Haben Sie Fragen zu unseren Produkten?
      Unser Expertenteam berät Sie gerne.